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Ravensburg - Auch ein Polizeihund geht mal in Rente

Herausgegeben von Tommy in Archiv · 1/1/2012 15:10:23

So werden anderswo Polizeihunde in den verdienten Ruhestand verabschiedet:

Die Drogenspürhunde Rio und Robell wurden in den Ruhestand versetzt – Ihre Nachfolger stehen schon bereit

RAVENSBURG Wenn ein Polizeibeamter in Rente geht, wird er mit allen gebührenden Ehren aus dem Amt in den wohlverdienten Ruhestand entlassen. Wenn ein Polizeihund in Rente geht, ist das kaum anders. Für zwei der wertvollen Vierbeiner war es am vergangenen Donnerstag soweit. Die beiden Schäferhundrüden mit den wohlklingenden Namen „Rio de Volcaine“ und „Arek von der Rauen Alb“ mit dem Rufnamen „Robell“ haben ihren Dienst getan und dürfen im gesetzten Alter von knapp elf beziehungsweise zehn Jahren dem Polizeialltag den struppigen Rücken kehren. Die beiden Belgischen Schäferhunde waren seit 2002 und 2003 im Polizeidienst, beide als Schutz- und Rauschgifthunde.

Fünf Hunde sind in Bereitschaft

Die Herrchen der beiden, Polizeihauptmeister Wolfgang Baur und Hauptkommissar Klaus Schuhmacher, haben schon für die Nachfolger der Polizeihunde gesorgt. „Bongo vom Schwäbischen Land“, ein Deutscher Schäferhund, und „Cane des Pirates de Matra“, wiederum ein Belgischer Schäferhund, sind beide seit Dezember einsatzbereit. „Wir merken natürlich, wenn ein Hund langsam für den Ruhestand infrage kommt“, erklärt Klaus Schuhmacher. Daher haben die beiden Polizeihundeführer frühzeitig nach Nachfolgern Ausschau gehalten. In der Regel geschehe das, wenn der Diensthund etwa acht oder neun Jahre Dienst hinter sich hat. „Es wäre ja dramatisch, wenn von fünf Polizeihunden in Ravensburg auf einmal zwei ausfallen würden“, sagt Wolfgang Baur.

Die Polizeidirektion hat fünf Hunde und Polizeihundeführer ständig in Bereitschaft. Vier davon sind Rauschgifthunde, einer ist auf Sprengstoff spezialisiert. Alle fünf sind auch als Schutzhunde im Einsatz. Das bedeutet, dass sie Personen stellen können, andere Personen schützen können und – ganz schlicht – als Abschreckung dienen. Die Polizeihunde Rio und Robell haben in ihrer Karriere mehrfach Rauschgift aufgespürt, Rio hat sogar einmal in einem Warenhaus einen Einbrecher dingfest gemacht und dafür eine Plakette eingeheimst – auch, wenn ihm die Wurst zur Belohnung sicher besser gefallen hat. Die Nachfolger wurden im Lauf des Jahres an der Polizeihundeführerschule in Stuttgart erst zum Schutzhund und anschließend zum Rauschgifthund ausgebildet. Ausgesucht wurden sie nach besonderen Zucht- und Verhaltenskriterien. Dazu gehören ein ausgeprägter Spieltrieb, denn der Hund lernt die Rauschgiftsuche spielerisch, und Gewöhnung an Menschen sowie Stressfestigkeit.

Hunde lernen zuzubeißen

Die Hunde lernen durchaus auch zuzubeißen, wenn es die Situation erfordert. Sie blicken einer aufregenden Zeit entgegen, denn „wir haben zwischen 60 und 120 Rauschgifteinsätze im Jahr, bei denen der Hund gefordert ist“, weiß Klaus Schuhmacher. Für diese werden die Hunde wöchentlich trainiert, ansonsten leben sie ganz normal bei ihren Herrchen daheim.

Im Übrigen werden die Hunderentner auch weiterhin von der Polizei gefüttert. Die Hunde sind für den Leiter der Polizeidirektion Uwe Stürmer ein „wichtiges Einsatzmittel“, das die Beamten „enorm entlastet“. Daher erhalten die Hunde wie ein pensionierter Beamter eine Rente: In Form von Zuschüssen beim Hundefutter. Die offizielle „Dienstübergabe“ bescherte den beiden altgedienten Schäferhunden dazu noch eine Saitenwurst von Uwe Stürmer. Dabei zeigte sich eins: Die Hunde sind zwar pensioniert, aber immer noch schnell, wenn’s um die Wurst geht.

Quelle: Schwaebische.de vom 01.01.2012




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